Siedler-Interessengemeinschaft Bergmannssiedlung
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Der Krieg

Der 2.Weltkrieg ist auch nicht ganz spurlos an der Siedlung vorbei gegangen. Am 4.Juli 1941 wurden die Häuser Bebelstraße 84a-84d und 86d-88a bei einem Bombenangriff ganz und die in unmittelbarer Nähe stehenden Häuser zum Teil schwer zerstört.
Auf dem Gelände am Triftenteich stürzte ein angeschossenes Flugzeug ab. Der Pilot landete auf dem Dachboden Bebelstraße 98a.
Bunker aus Beton oder auch nur aus Holz wurden von den Bewohnern in den Gärten gebaut. Einer ist heute noch gut sichtbar in den Gärten Schröderstraße 44-46. Ostern 1945 traf es besonders hart die Bewohner am Kanal zwischen Bebelstraße und Liebknechtstraße.
Die Brücke, früher Kaiserstraße und Blücherstraße wurde von der Deutschen Wehrmacht in die Luft gesprengt. Durch den entstandenen Luftdruck wurden Fenster herausgerissen, die Dächer abgedeckt, Möbel und Hausrat stark beschädigt. Notdürftig wurden den Bewohnern die Fenster mit Brettern zugenagelt und die Dächer abgedichtet. Monate lang waren die oben liegenden Räume unbewohnbar.
Sogar das einzige Schiff, das im Preußenhafen lag, Harpen I, wurde geplündert und gesprengt.
Als die Besatzungssoldaten in unserer Siedlung einzogen, war kaum ein Mann anwesend. Die jungen Männer waren irgendwo im Krieg oder in Gefangenschaft und die Älteren waren kurz vor Ostern 1945 zum Volkssturm eingezogen worden.
Das Gelände am Kanal war nach dem Krieg eine verlassene Baustelle. In den letzten Monaten des Krieges hatte man mit dem Bau von Bunkern am Kanal begonnen. Fundamente und Grundmauern standen schon, da wurden die Arbeiter, es waren zum größten Teil Italiener, abgezogen und anderweitig eingesetzt. Die Bunker wurden zum Glück nicht mehr vollendet.
Heute ist alles Vergangenheit, Häuser und Wohnungen sind so wieder hergerichtet, daß die Spuren vom Krieg verwischt sind.